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Haarwachstum beschleunigen – geht das?
Haar ist nicht gleich Haar. Die Lebensspanne kann sehr unterschiedlich sein. In Normalfall dauert ein Haarleben etwa sechs bis sieben Jahre. In dieser Zeit durchläuft es drei Phasen: die sognannte Wachstumsphase, auch als Anagenphase bekannt, gefolgt von der Übergangsphase (Katagenphase). Anschließend tritt es in die Ruhephase (Telogenphase) ein. Nach diesem letzten Lebensabschnitt fällt das Haar aus. So wird Platz für einen Neuankömmling geschaffen, der aus demselben Haarfollikel sprießt.
Die durchschnittliche Geschwindigkeit, mit der ein Haar wächst, liegt bei etwa einem Zentimeter pro Monat. Das ergibt pro Jahr eine Wachstumsgeschwindigkeit von zwölf Zentimetern. Damit kann ein Haar im Laufe eines siebenjährigen Lebenszyklus an die 72 Zentimeter Länge erreichen, wenn es nicht geschnitten wird oder von Haarausfall betroffen ist.
Haarlängen, die darüber hinausgehen, sind zwar in Einzelfällen möglich, aber doch selten. Im Normalfall geht das Haar vorher aus. Das gilt vor allem für Männer. Ihre Haare werden tendenziell weniger lang als Frauenhaare, wachsen dafür aber etwas schneller.
Der „Wachstumscode“ steckt in der Haarwurzel
Wie lang ein Haar wird, hängt einzig und allein von der in den Genen festgeschriebenen Wachstumsphase ab. Jede einzelne Haarwurzel enthält so etwas wie einen genetischen Code, der die Beschaffenheit und auch die Länge des Haares genau festlegt. Diese genetische Information liegt im Zellkern verborgen. Gespeichert werden sie in der sogenannten Papille, das ist ein Teil der Haarwurzel. Sie ist so etwas wie das Wachstumszentrum der Haare. Von hier aus holt es sich die Nährstoffe aus dem Blutkreislauf.
Selbst die beste Pflege kann die Wachstumsphase nicht verlängern. Auch angebliche „Wundertinkturen“ und „Speziallotions“ können in dieser Hinsicht nichts ausrichten. Das häufige Schneiden der Haare hat ebenfalls keinen Einfluss. Die Haarwurzel als Wachstumszentrale kann gar nicht „merken“, ob ein Haar geschnitten wurde oder nicht. Dass sich die Haare nach dem Schnitt besser oder voller anfühlen, liegt nur daran, dass die bei längeren Haaren meist dünnen Spitzen wieder mehr Volumen haben. Auch das Auszupfen spielt keine Rolle, da auch in diesem Fall die neuen Haare immer in der für sie genetisch vorbestimmten Art und Weise nachwachsen.
So ganz allein sind die genetischen Informationen aber doch nicht für das Haarverhalten verantwortlich, weiß die Wissenschaft. So gilt etwa der Haarfollikel als sehr sensibel gegenüber Einflüssen aus dem Hormonhaushalt, der Umwelt oder von Haarausfall-auslösenden Versorgungsengpässen mit Nährstoffen. Hier ist noch viel Forschungsarbeit zu tun. Ebenso zur Klärung der Frage, wie die „biologische Uhr“ des Haares genau funktioniert.

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