Sie sind hier: Home
> Wenn die Haare gehen leidet oft die Seele
Wenn die Haare gehen leidet oft die Seele
Haare stehen für Vitalität und Freiheit. Sie gelten als Ausdruck von Kraft und Potenz. Man denke nur an die Vorstellung von langem Haar als Symbol männlicher Stärke, wie sie in der Bibel in der Geschichte von Samson und Delilah erwähnt wird. Haarausfall steht daher für Verlust an Kraft und Fülle und kann auf psychischer Ebene sogar mit einem weitergehenden Verlust in Verbindung gebracht werden (etwa dem Verlust von Macht und Einfluss). Oft setzt ein beginnender Haarverlust eine richtige Angstspirale in Gang: Jede Haarwäsche, jedes Kämmen lösen Ängste aus, dadurch das, was geblieben ist, auch noch zu verlieren und letztendlich ohne Haare dazustehen.
Haarausfall ist keine Kleinigkeit
Wie darunter die Männerseele leidet, zeigt eine Umfrage des Gallup-Instituts in fünf europäischen Ländern. Dabei stellte sich heraus, dass fast zwei Drittel der von Haarausfall betroffenen Männer durch den Haarverlust an Selbstvertrauen verloren hatten. Etwa 43 Prozent gaben an, sich selbst durch den Haarausfall als immer weniger attraktiv wahrzunehmen. Mehr als jeder Fünfte befürchtete sogar negative Folgen auf das Sozialleben. Ein gleich großer Anteil klagte über eine durch den Haarausfall ausgelöste depressive Grundstimmung.
Die von Gallup befragten Männer machten sich vor allem Sorgen um ihre Chancen beim weiblichen Geschlecht: Wer in einer bestehenden Partnerschaft lebte, hatte häufig Angst, für seine Partnerin weniger attraktiv zu sein. Wer auf Partnersuche war, sorgte sich in vielen Fällen, durch den Haarausfall schlechtere Flirtchancen zu haben.
Ein Angriff auf die Weiblichkeit
Ähnliche großangelegte Umfragen, die Folgen des Haarausfalls bei Frauen untersuchen, gibt es bislang nicht. Doch schon ein Blick in Beauty-Internetforen zeigt, wie massiv sich der weibliche Haarverlust auf die Psyche und das Wohlbefinden auswirkt. Dazu kommt, dass weiblicher Haarausfall nach wie vor so etwas wie ein Tabuthema ist. Während Männer über ihr Leiden wenigstens sprechen und sich nur Not einfach eine Glatze rasieren können, bleibt Frauen oft nur das verschämtes Verschweigen ihres Schönheitsmakels.
Häufig geraten Frauen mit Haarausfall in eine richtige „Stress-Spirale“: Das immer dünner werdende Haar ist eine starke psychische Belastung. Dieser Dauerstress führt manchmal dazu, dass noch mehr Haare ausgehen. Der psychische Druck kann so weit gehen, dass die Betroffenen kaum mehr aus dem Haus gehen wollen. Zu belastend ist für sie der Gedanke, wegen ihres Haarausfalls angestarrt oder bemitleidet zu werden.

|